• Daniel

Ziele definieren – Aber dann bitte doch SMART!

Aktualisiert: Apr 14

„Ich muss heute arbeiten.“ „Ich muss gleich einkaufen gehen.“ „Ich muss noch meine Mama anrufen.”


Diese oder ähnliche Ich-Muss-Sätze benutzen wir alle inflationär, oder? Ich erwische mich ständig dabei, wie ich so meine Sätze formuliere will.

Doch ich kann mich noch genau an eine Situation erinnern, an der sich das für mich geändert hat.


„Ich muss das noch lernen,“ beschwerte ich mich in meiner Lerngruppe ohne groß drüber nachzudenken. Es ging um ein schreckliches Thema – so schrecklich, dass ich es schon wieder verdrängt habe. Damals fragte mich mein Dozent: “Weißt du eigentlich, warum du das lernen musst?" Ich war über die Frage verblüfft und antwortete zögernd: "Weil ich darüber eine Klausur schreiben muss." – Ist doch klar, oder nicht? Doch er stellte mir eine weitere Frage: "Weißt du, warum du eine Klausur schreibst?" Ich wusste nicht, worauf er hinaus wollte. Also antwortet ich: "Weil ich meine Zwischenprüfung bestehen muss.”.

Er stellte mir eine weitere Frage: "Ja, und warum musst du die Zwischenprüfung bestehen?" Langsam erkannte ich ein Muster zwischen seinen Fragen und meinen Antworten. Also ließ ich mich darauf ein und antwortete: "Die Zwischenprüfung ist wichtig, weil ich mein Examen bestehen muss." Und dann stellte er mir die letzte Frage: "Warum musst du dein Examen bestehen?" Darauf konnte ich entschlossen und selbstbewusst antworten: "Weil ich Juristin werden will!"


Darauf sagte er: “Da haben wir es doch! Du willst Juristin werden! Du willst! Keiner zwingt dich dazu. Du entscheidest selbst, was du willst und, was du dafür tust, um dein Ziel zu erreichen.


Er hatte Recht. Zum Jurastudium hat mich keiner gezwungen. Es war meine eigene Entscheidung.


Wenn wir denken, dass wir etwas machen müssen, finden wir das grundsätzlich blöd. Der “Ich muss”-Glaubenssatz führt dazu, dass wir Zwang verspüren. Dagegen rebelliert dann unser Bedürfnis nach Selbstbestimmung und Autonomie. Innere Widerstände bauen sich auf – und es wird anstrengend.


Du musst gar nichts!


Dein Leben ist die Summe aus den vielen kleinen Entscheidungen, die du jeden Tag triffst. Du musst gar nichts! Du willst oder darfst! Mit jeder Handlung erfüllst du dir ein Bedürfnis. Du arbeitest zum Beispiel, weil es dir total wichtig ist, dass du finanzielle Sicherheit hast und du dabei auch noch deine Kreativität ausleben kannst. Um dich von den Muss-Sätzen zu verabschieden, mach dir dein WHY bewusst! Dann kommst du ins selbstbestimmte Handeln. Ungeliebte Aufgaben ziehen dich nicht mehr runter, weil sie ein Teil von deinem Warum sind.

Du fängst an, deine Aufgaben als selbst gewählt anzusehen und aktiv darüber zu entscheiden. Du musst also nicht einkaufen gehen, sondern willst deinen Hunger stillen und abends entspannt dein Lieblingscurry kochen. Du musst auch deine Mama nicht anrufen. (Du erinnerst dich, wir haben dir schon mal gesagt, dass deine Mama coole Geschichten zu erzählen hat. Ruf sie an – am besten gleich!) Du musst sie nicht anrufen. Aber woher kommt dann das schlechte Gewissen? Überleg mal, welches Bedürfnis du dir mit dem Anruf erfüllen könntest? Vielleicht Verbundenheit, Austausch, Liebe…?


Die ICH-WILL-Einstellung kannst du in nahezu allen Lebensbereichen anwenden. Das gibt dir das Gefühl selbstbestimmt, frei und wirksam zu sein. Auch wenn es um deine Ziele geht, solltest du dein Mindset dahingehend shiften.


Deine smarten Ziele


“Nur wer sein Ziel kennt, findet den Weg.” – Laotse

Du hast Ziele, die du verfolgst. Sie sind wichtig, um dein Selbst zu definieren, deinen Weg zu gehen und dich zu motivieren.


Lass dich von deinen Zielen wie von einem Magneten heranziehen! Das ist: ICH WILL! Jetzt stell dir mal vor, es schubst und tritt dich jemand, damit du weiter kommst – fühlt sich schon ganz anders an, oder?. Das ist: “ICH MUSS!”


Wichtig ist nur, die richtigen Ziele festzulegen. Hierfür wurde die SMART-Strategie entwickelt.



Ziele SMART formulieren:


  • Spezifisch (Ziel muss so genau und konkret wie möglich sein)

  • Messbar (Ziel braucht messbares Kriterium)

  • Attraktiv (Ziel soll motivieren)

  • Realistisch (Ziel muss umsetzbar sein)

  • Terminiert (Ziel braucht einen Zeitrahmen)



Es liegt an dir, deine Ziele smart zu definieren. Nimm dir nicht zu viel vor, setze dir eine Deadline; bestimme genau, was du erreichen möchtest, indem du beispielsweise bestimmte Zahlen in das Ziel integrierst (“5% mehr Umsatz im nächsten Jahr” statt “Umsatzsteigerung”). Durch solche Präzisierungen legst du fest, wie du messen kannst, ob du vom Ist- in den Soll-Zustand gekommen bist.


Magnetische Motivation


Nochmal: Dein Ziel ist der Magnet, der dich zu sich heranzieht. Was für eine kraftvolle Vorstellung! So bleibst du motiviert und lernst, herauszufinden, was du wirklich willst und was du dafür tust, um deine Ziele zu erreichen. Es ist dein Wille, der dich dahin bringt, wo du hin möchtest und kein Zwang. Sag es dir immer wieder. Dein neues Mantra. Schreib es dir auf den Kühlschrank, den Spiegel und die Haustür: “ICH WILL!” (Nein, nicht “ich möchte”, auch wenn dir deine Mama – von der wir trotzdem noch großer Fan sind – das eventuell mal so beigebracht hat. Es heißt: Ich will!)


Wichtig ist, fang an! Aus Fehlern lernst du eh mehr als aus Erfolgsgeschichten.


Fang an, deine Ziele zu bestimmen, zu kommunizieren und dich von ihnen anziehen zu lassen!


Und vor allem: Fang an, deine Mama anzurufen! ;-)


“The most effective way to do it, is to do it.”



Botschaft: Wir benötigen Ziele um uns zu definieren, kontrollieren und entwickeln.

Wenn wir uns Ziele setzen, dann sollten diese immer SMART sein:

S - spezifisch = Was genau soll erreicht werden?

M - messbar = Woran kann die Zielerreichung gemessen werden?

A - attraktiv = Ist das Ziel attraktiv und motivierend?

R - realistisch = Ist das Ziel realistisch zu erreichen?

T - terminiert Bis wann soll das Ziel erreicht werden?



#beblua

50 Ansichten

2019 BLUA GmbH

brought to you by theblua.com

  • Facebook
  • Pinterest
  • Instagram